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Artgerechte Haltung von Kaninchen in der Wohnung/im Haus

Schön, dass Sie sich entschieden haben, einem Kaninchen aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu schenken. Kaninchen sind, was leider oft verkannt wird, sehr anspruchsvolle Haustiere. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Sie sich vorab über die Haltungsbedingungen von Kaninchen genau informieren. Es wäre traurig, wenn Sie erst nach Übernahme des Tieres feststellen, dass Sie seinen Anforderungen an einen artgerechten Lebensbereich nicht gerecht werden können. Das Buch: „Die artgerechte Haltung von Kaninchen“ von Ruth Morgenegg wird Ihnen sicher eine gute Hilfestellung bieten. Auch im Internet können Sie viele Informationen finden, wir verweisen insoweit auf die Seite des Kaninchenschutzorganisationen unter  www.kaninchenschutz.de

Möchten Sie Kaninchen im Haus/in der Wohnung halten, ist zu beachten: Die handelsüblichen Käfige, die man in den meisten Zoohandlungen erwerben kann, reichen bei weitem nicht aus, um dem Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden. Oft hört man von Kaninchenhaltern: „ Ich lasse die Tiere tagsüber freillaufen, nur abends kommen sie in den Käfig.“ Hierbei wird jedoch verkannt, dass Kaninchen dämmerungsaktiv sind, also erst abends so richtig munter werden. Sie werden beobachten, dass ihre Tiere den ganzen Tag verschlafen. Was nützt es da, wenn Sie „tagsüber“ Freilauf haben? Und überhaupt: Die Wohnung/das Haus birgt so viele Gefahren für Kaninchen (Stromkabel!), unbeaufsichtigter Freilauf ist daher kaum möglich. Und wer nimmt sich mehrere Stunden Zeit, um seinen Kaninchen den benötigten Auslauf zu ermöglichen? Denn keineswegs ausreichend ist es, die Kaninchen mal kurz für ca. eine Stunde „laufen zu lassen“.

In der Innenhaltung ist ein Zimmergehege wohl die beste Möglichkeit ein Kaninchen in der Wohnung zu halten. Ein Grundfläche, auf einer Ebene von 4 qm sollte dauerhaft angeboten werden.

Sie benötigen zum abgrenzen vom übrigen Raum entsprechende Gehegeelemente zur Abtrennung des Geheges vom übrigen Wohnraum. Hierbei sollten Sie unbedingt darauf achten eine Höhe zu wählen, die den Kaninchen ein drüber springen, nicht mehr ermöglicht. Idealerweise ist das ab einem Meter Höhe für die Kaninchen kaum noch möglich.

Sämtliche Gefahrenquellen müssen Sie schützen, Kabel sollten im Gehege nicht vorhanden sein, verlegen Sie diese hinter den Fußleisten. Es muss gewährleistet sein, daß Kabel niemals von den Kaninchen erreicht werden können. Steckdosen schützen Sie am besten vor allzu neugierigen Kaninchen mit so genannten Kindersicherungen aus dem Baumarkt.

Der Boden des Geheges sollte besonders geschützt werden, insbesondere wenn in dem gewählten Raum Ihrer Wohnung bereits ein Bodenbeleg vorhanden ist.  Ein PVC Boden aus dem Fachhandel als Untergrund ist ideal.

Beim verlegen des Bodens  achten Sie bitte darauf das er unter den Fußleisten und den Gehegeelementen liegt, damit die Kaninchen keine Kante finden an denen der Boden angeknabbert werden kann. Bitte achten Sie bei der Auswahl des Bodens darauf, daß  dieser eine grobe Struktur aufweist. Der Boden kann dann noch mit Teppich ausgelegt werden. Ideal sind natürlich waschbare Matten / Teppiche.

Da Kaninchen ganz unbestritten gerne knabbern ist es empfehlenswert eventuell vorhandene Tapeten in dem Gehege zu schützen. Dies ist vielfältig möglich z. B. durch OSB Platten auf der Wand die dann in Zimmerfarbe mitgestrichen werden können. Vorstellbar auch im Handel käufliche Elemente aus Plexiglas oder Kunststoff, ebenso reine Gitterelemente. Natürlich können die Tapeten auch entfernt und die Wand einfach nur gestrichen werden, das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, vorstellbar ist vieles.

Zur Einrichtung des Geheges benötigen Sie einen festen, schweren Wassernapf.

Kaninchen mögen geschützte Verstecke und leben ursprünglich in Bauten. Daher ist es unerläßlich den Kaninchen  ausreichend große Häuser als Unterschlüpfe anzubieten.  Die Häuser sollten immer 2 Eingänge haben, damit die Kaninchen sich auch ausweichen können. Ob Sie diese Häuser aus Pappkarton selber herstellen oder entsprechend  große Häuser käuflich erwerben ist unerheblich.  Bei stabilen Häusern können die Kaninchen das Hausdach noch als Liegefläche mitnutzen. Mindestens 2 Häuser sollten in einem 4 qm Gehege stehen.

Viele Kaninchen sind stubenrein, es bietet sich daher an,  eine Schale mit Holzpellets, Hanfstreu und einer dünnen Lage Stroh oder Heu zu befüllen. Diese Schale kann eine ehemalige Käfigunterschale ( ohne Oberteil ) oder eine Katzentoilette ( ohne Oberteil ) sein.  Bitte verwenden Sie keine Strohpellets, da diese oftmals von den Kaninchen gefressen werden und sehr stark aufquellen. Dies kann zu Verdauungsproblemen führen.

Bei der aufgezählten Einrichtung handelt es sich um die Grundausstattung, selbstverständlich können Sie größer bauen und individueller einrichten. Sie finden im Internet zahlreiche Beispiele und Anregungen hierzu.

Wichtig ist auch bei dem täglichen Wohnungsauslauf der Kaninchen darauf zu achten, daß die Kaninchen nichts erreichen können was für sie gefährlich ist, nicht mit Kabeln unbeaufsichtigt lassen, bei Zimmerpflanzen aufpassen.

Um ihrem neuen Hausgenossen ein angenehmes Leben zu bieten, ist in erster Linie zu beachten, dass Kaninchen niemals allein gehalten werden dürfen. Kaninchen sind äußerst gesellige Tiere, die ohne einen Partner verkümmern. Die Tierheimmitarbeiter achten sorgfältig darauf, dass die Tierheimkaninchen nur mit oder zu einem bereits vorhandenen Partner vermittelt werden.

Diesen Problemen kann man mit einem Zimmergehege gut begegnen. Hier können die Kaninchen selbst entscheiden, wann sie schlafen oder spielen wollen, darüber hinaus bestehen keine Gefahren für die Tiere. Ein Zimmergehege kann sehr einfach ohne großen Aufwand aus Gehegegittern zusammengestellt werden, die Sie sehr preisgünstig bei ebay ersteigern können( einfach „Freigehege 6 x 90 x 83 cm“ in die Suchfunktion eingeben! Preis pro Gitter: 8,00 Euro).

Auf den Boden können Sie ein großes Stück PVC legen, und zwar so, dass sich die Ränder außerhalb des Geheges befinden ( Anknabbergefahr!).

In das Gehege stellen Sie ein bis zwei Katzentoiletten oder Käfigunterschalen, füllen sie mit Strohpellets, fertig ist die Toilette für ihre sehr reinlichen Kaninchen. Ihrer Phantasie sind nun keine Grenzen mehr gesetzt: Verteilen Sie Holzhäuschen, Tunnel ( z.b. Katzenspieltunnel) oder Pappkartons zum Verstecken und Spielen im Gehege, schaffen sie einige erhöhte Plätze. Natürlich darf eine Heuraufe nicht fehlen, denn Heu muss Kaninchen rund um die Uhr zur freien Verfügung stehen. Die unten aufgeführten Bilder sollen Ihnen nur einen kleinen Eindruck von den Möglichkeiten geben, die Ihnen offen stehen.

Und jetzt entscheiden sie selbst: Ist es nicht ungleich schöner, den Kaninchen beim Spielen, Toben, ja einfach beim Leben in ihrem Gehege zuzuschauen, als sie trübsinnig in einem Käfig dahinvegetieren zu sehen? Denn welche Möglichkeiten haben sie schon in einem Käfig, sich zu beschäftigen? Und Beschäftigung brauchen die agilen Tiere, um gesund und glücklich zu sein.

Wir wären froh, wenn wir mit unseren Zeilen, einige Menschen aufrütteln könnten, den Kaninchen das Leben zu bieten, was sie brauchen.

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