Tierschutz Leverkusen e.V.

Tweety

Tweety – von der TV-Sendung ins Glück

Hallo, mein Name ist Lydia.

Seit vielen Jahren nehme ich Listenhunde aus dem Tierschutz bei mir auf – gerne ältere Tiere, mit gesundheitlichen Baustellen oder kleinen „Special Effects“. Genau solche Hunde, die wegen ihrer Besonderheiten oft lange im Tierheim warten.

Am 18. September 2022 sah ich in der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ ein Rottweiler-Mädchen namens Tweety. Sie war genau so ein Fall. Doch damals lebte bei mir noch Pablo, ein 12-jähriger American-Bulldog-Mix. Laut Landeshundegesetz NRW darf man als Einzelperson nicht mit zwei Listenhunden gleichzeitig Gassi gehen – und Pablo sollte in seinem Alter auch keinen quirligen Neuzugang vor die Nase gesetzt bekommen.

Im Februar 2023 kam die traurige Diagnose: Pablo hatte Krebs, der bereits gestreut hatte. Zwei Monate später schlief er in meinen Armen ein.

Mitte Mai vereinbarte ich einen Kennenlerntermin im Tierheim Leverkusen für Tweety. Die arme Maus saß immer noch ohne Anfrage dort. Durch einen glücklichen Zufall (Feiertag und eigentlich geschlossen) fand das erste Treffen im Foyer statt – und es funkte sofort. Nach wenigen gemeinsamen Gassirunden durfte Tweety schon probeweise bei mir einziehen. Nur eine musste noch ihr Okay geben: meine Katzenprinzessin Maggie.

Ein Moment ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Als ich kurz zum Auto ging, um es zu lüften, zog Tweety die Tierheimmitarbeiterin ungeduldig hinter sich her – sie wollte einfach nur mit mir mit.

Zu Hause segnete Maggie den Einzug schnell ab und Tweety folgte brav ihren „Regeln“. Die nicht vorhandene Stubenreinheit beschränkte sich zum Glück auf kleine Missgeschicke, die wir schnell in den Griff bekamen. Ihren Wesenstest bestand sie bereits nach zehn Tagen mit Bravour.

Jeder, der Tweety kennenlernt, ist begeistert: Sie liebt Streicheleinheiten, Futter, Gassirunden und ihre Plüschtiere. Sie hat Fans in vielen Ländern und hat schon Menschen ihre Angst vor Hunden genommen. Selbst ihre Tierärzte – trotz Pech mit den Kreuzbändern – loben sie als „endlich einen Rotti, der sich ohne Maulkorb behandeln lässt“. Auch ihre Physiotherapeutin hat sie im Sturm erobert.

Tweety ist einfach ein wunderbares Mädchen, das ich nie mehr missen möchte.

Mein Fazit: „Adopt, don’t shop – gebt Listenhunden eine Chance, auch wenn die bürokratischen Hürden etwas höher sind.“