Laut Ausschreibung vom Tierheim ein Rasse- Mix, Abgabetier, geboren 2016 und zu dem Zeitpunkt der Fotos schon 2 Jahre im Tierheim, unvermittelt. Und man sieht’s mir an: Ich hatte es die ersten 5 Lebensjahre bei meinem Erstbesitzer echt nicht leicht. Was dazu führte, dass ich nach Abgabe ins Tierheim auch dort nicht gerüstet war, mit all dem Unbekannten umzugehen. Ich war SO irritiert und ängstlich, dass auch das liebste Tierheimpersonal keinen wirklichen Zugang zu mir gefunden hat. Man musste 2 Jahre lang Gassigänge mit dem Maulkorb gehen. Emotionalen Zugang konnte ich fast gar nicht zulassen; alles erschien mir ‚gefährlich‘. Meine Ausschreibung las sich damals so:
„… die jedoch sehr ängstlich und skeptisch gegenüber fremden Menschen ist. – ….. allerdings kommt sie mit dem Stress hier (Tierheim) nicht so klar……Tina ist nicht unbedingt ein Hund für Jedermann, denn man muss viel Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringen ….. Wir wünschen uns einen ruhigen Haushalt ohne kleine Kinder und andere Tiere, bei hundeerfahrenen Menschen.“
Und dann kam mein Seelenmensch: Meine jetzige ‚Mama‘.
Sie las die Ausschreibung und dachte sich „Das kann ich ihr (dem Hund) geben.“ – Sie sah in mir mehr als nur den vllt. gefährlichen und verängstigten Hund. Sie sah in mir den Hund, der ich sein kann, wenn man auf mich & meine Bedürfnisse aufpasst. Wenn man mir Sicherheit, behutsame aber auch konsequente Anleitung gibt. Ich brauchte Rückzugsorte und (bis heute) viel Ruhe & Schlaf, um meine traumatischen Erlebnisse ablegen zu können.
. Mit ihrer Hilfe konnte ich lernen, dass nicht alle Menschen mir Böses wollen.
Bei meinen nächtlichen Albträumen war sie einfach für mich da – legte mir sanft die Hand auf und flüsterte mir zu: „Alles gut Maus, du bist jetzt hier; ‚Mama‘ passt auf dich auf.“ Sie lehrte mir gegenseitigen Respekt & Vertrauen mit nachvollziehbaren Regeln & Routinen, Trainingsmöglichkeiten im Alltag und viiieel Verständnis dafür, dass ich halt manchmal einfach so bin, wie ich bin.
JETZT bin ich fit & gesund, neugierig & gelehrig. Und haltet Euch fest: Mit meiner ‚Mama‘ zusammen bin ich nun seit einem Jahr sogar Vollzeit- Büro Hund geworden. Bin mit meiner zurückhaltenden Art der Liebling der gesamten Abteilung. Habe sogar 50 Streichler, die ich ganz individuell nach ihren Bedürfnissen ‚betreue‘ und somit sogar zu einem sehr angenehmen Arbeitsklima beitrage.
Ich bin froh, dass sich meine ‚Mama‘ für einen Hund aus dem Tierheim entschieden hat.
Und an mich geglaubt hat.